Dem Spitzenreiter alles abverlangt

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Zwei Tore Rückstand sind im Handballsport schnell wett gemacht, aber diese zwei Tore mit noch einer Minute Spielzeit bei gegnerischen Ballbesitz wett zu machen dass macht den Handballsport aus.

Aber alles zunächst einmal auf Anfang. Am Samstag stand für viele das langersehnte zweite Stadtderby der laufenden Spielzeit 2016/17 zwischen unserem Grün-Weiß und dem HBC auf dem Programm. Schon das Hinspiel versprach einen Handballkrimi und die Spieler auf beiden Seiten sollten dieses Versprechen bewahrheiten. Der HBC gastierte als Spitzenreiter der Verbandsliga Süd in der Wittenberger Stadthalle. Grün-Weiß stand zu diesem Zeitpunkt auf Rang Sieben. Während des gesamten Spiels war dieser Platzierungsunterschied in keinster weise zu sehen.

Pünktlich um 17:30 Uhr ging es dann in die Partie, in welche die Gäste zunächst besser hineinfanden und schnell mit 0-2 in Front lagen. Dieser Vorsprung wurde bis zur siebenten Spielminute auf 1-4 ausgebaut. Zunächst fanden die Grün-Weißen nur zaghaft in die Partie und in der Deckung stand man zu Beginn nicht aggressiv genug. Doch mit einem 3-0 Lauf glich man bis zur 12.Spielminute zum 4-4 aus. Garant dafür war eine bärenstarke und Deckung um Abwehrchef Erik Kunert und ein hochmotivierter Alexander Faust im Wittenberger Tor, welcher viele Würfe entschärfte.

Bis zur 20.Spielminute entwickelte sich nun ein zähes Spiel. Auf beiden Seiten lies man reihenweise Chancen liegen und es kam zu einem offenen Schlagabtausch. Über die Stationen

4-6, 5-6, 6-6 konnten die Grün-Weißen beim 7-6 (20.) erstmals in Führung gehen. Im Angriff führte Christain Schlüter klug Regie und Kristof Duber aus der zweiten Reihe oder Tim Kummer und Christian Hohaus von Linksaußen fanden den weg ins Tor. Dennoch war es oft sehr schwer die kompakte, routinierte HBC-Deckung auseinander zuspielen. Bis zur Pause kamen nur noch wenige Treffer hinzu und beim Stand von 9-8 ging es in die Kabinen..

In Durchgang zwei sollten die knapp 400 Zuschauer in den ersten 15.Spielminuten die stärkste Phase der Grün-Weißen erleben. Grün-Weiß fand exzellent in die zweite Hälfte und die Deckung und Keeper Faust ließen in den ersten sieben Spielminuten keinen einzigen Treffer der Gäste zu. Im Gegenzug legten die Jungs um Trainer Krzysztof Zubrzak einen 4-0 Lauf hin und man war plötzlich auf 13-8 enteilt. Die logische Konsequenz war eine frühe Auszeit durch schwarz-weiß Coach Sven Jäger. Diese zeigte Wirkung beziehungsweise kam es nun zu einem Bruch im Spiel der Grün-Weißen. Im Angriff lies man nun Chancen liegen und leistete sich einige technische Fehler. In der Deckung lies man nun de routinierten Halbpositionen des HBC in Person von Rene Knabe oder Michael Schmidt zu leicht agieren und Tor um Tor waren die schwarz-weißen beim 14-13 wieder in Schlagdistanz. Beim 16:16 (45.) war das Spiel wieder auf Null gesetzt. Grün-Weiß wechselte in dieser Phase des Spiels nun zweimal den Torhüter, zunächst mit Steffen Bley und in den letzten zehn Minuten mit Norbert Keserü, welche den über 40.Minuten ordentlich spielenden Faust nun eine Pause gönnen sollten. Es entwickelte sich eine heiße Schlussphase des Spiels, in der der HBC erneut die Führung erringen konnte. Bis zur 59.Spielminute legte der HBC stets vor, Grün-Weiß zog nach, über die Stationen 19-21, 22-22, 23-24 bis zum 23-25 war der HBC nun auf Siegkurs. Eine Minute vor Schluss feierten viele HBC Anhänger bereits den sicher geglaubten Auswärtserfolg ihrer Schwarz-Weißen. Doch ein provozierter Ballgewinn auf Grün-Weißer Seite, sowie ein schneller Treffer 45 Sekunden vor Ende der Partie brachte nochmal Dramatik pur ins Spiel. Die Hausherren agierten nun mit einer offenen Manndeckung und provozierten auf der linken Außenbahn eine Wurffalle. 20 Sekunden vor Schluss konnte Norbert Keserü einen völlig freien Wurf parieren. Mit noch 15 Sekunden auf der Uhr setzte Tim Kummer Alexander Böhm am Kreis gekonnt in Szene, welcher einen 7-Meter rausholen konnte. Fünf Sekunden vor dem Ende war es Kristof Duber, welcher sich ein Herz fasste und den Ball zum viel umjubelten 25-25 Remis im Tor versenkte. Insgesamt konnte Kristof Duber gegen seine ehemaligen Wegbegleiter zehnmal einnetzen.

Am Ende war es ein verdientes Unentschieden. Beide Mannschaften zeigten einen spannenden und über weite Strecken fairen Kampf. Unser Grün-Weiß wirkte wie ausgewechselt. Nach dem vergeigten Auftakt gegen Köthen wollte man einiges wiedergutmachen. Die Körpersprache und die Motivation im Grün-Weißen Team stimmte von Anfang an und mit etwas mehr Cleverness wäre auch ein Heimsieg durchaus möglich gewesen. Dennoch war das Derby eine sehr positive Werbung für den Wittenberger Handballsport.

Bereits kommende Woche will man den ersten Sieg im neuen Jahr einfahren. Man gastiert beim Schlusslicht der Verbandsliga Süd, der zweiten Vertretung der SG Kühnau.

Grün-Weiß spielte mit Alexander Faust, Steffen Bley und Norbert Keserü im Tor, Kristof Duber(10), Christian Hohaus(5), Nico Ehrlich(2), Maurice Bäßler, Paul Grasenack(1), Marko Korbien, Tim Kummer(3), Erik Kunert, Christian Schlüter(4), Alexander Böhm

Erik Kunert