Grün-Weiß Männer eröffneten die Fünfte Jahreszeit mit Last-Second-Sieg – Krimi in der Wittenberger Stadthalle

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Einen echten Krimi boten sich Absteiger Landsberger HV und der SV Grün-Weiß Wittenberg/P. am vergangenen Samstagabend, den 11.11.2017. Das Nachholespiel vom ersten Spieltag bot alles was das Handballherz begehrt, Spannung bis zur letzten Sekunde. Nachdem die bisherigen Heimspiele alle samt souverän gewonnen wurden tat man sich gegen die Landsberger an diesem Samstagabend besonders schwer.

Pünktlich um 17:30 Uhr ging es in die Partie zwischen dem Spitzenreiter und dem Sechstplatzierten. Grün-Weiß hatte Anwurf, verbuchte dadurch allerdings keine Führung und so waren es die Gäste in der zweiten Spielminute welche zur 0-1 Führung trafen. Ivankovic glich aus (1-1) und in der vierten Minute traf Duber zur 2-1 Führung. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch beider Mannschaften über die Stationen (2-2, 3-2, 3-3, 3-4), wobei man schon in der Anfangsphase merkte dass es ein zähes Spiel werden wird. Landsberg verfolgte das gesamte Spiel über einen recht souveränen Matchplan. Lang vorgetragene, langsame Angriffe, welche aber teils sehr effizient abgeschlossen wurden, stellten für die Grün-Weißen einige Probleme dar. Im eigenen Angriffsspiel dagegen fehlte das sonst so angestrebte Tempospiel der Hausherren, sowie eine konsequente Chancenverwertung das gesamte Spiel über. So recht wollte der Grün-Weiß Motor an diesem Samstag nicht starten. In der 13.Spielminute führten die Lutherstädter mit 6-5. Zwar wurden in der Defensive sehr viele Bälle erobert, doch das nötige Tempo, sowie die Cleverness vor dem Gästegehäuse fehlten und so war sehr häufig Endstation beim Landsberger Schlussmann. Auf der Gegenseite konnte Landsberg aber ebenfalls nicht so recht Kapital, aus der nachlässigen Chancenverwertung der Hausherren, schlagen. Es entwickelte sich ein langsames Spiel, wo das Tempo durch die Gäste bestimmt wurde. Beim Stand von 6-6 legten die Grün-Weißen nun einen leichten Gang zu und mit einem 3-0 Lauf und Tore durch Duber und Auer konnte man in der 20.Spielminute eine erste 9-6 Führung verbuchen. Bis zur 25.Spielminute (11-8) konnte man diesen Vorsprung verwalten. Wer nun glaubte dass der Grün-Weiß Motor gestartet war irrte allerdings. Möglichkeiten die Führung weiter auszubauen lies man zu fahrlässig liegen und so war es Landsberg welche die Gunst der Stunde nutzten und bis zur Pause wieder Anschluss fanden. Beim Stand von 12-11 wurden die Seiten gewechselt.

In Durchgang zwei wollte man nun alles besser machen. Das Tempo sollte angezogen werden, zudem sollten die Angriffe druckvoller ausgespielt werden und in der Defensive sollte nun die nötige Härte an den Tag gelegt werden. Doch die Gäste erwischten den besseren Start und konnten durch zwei Treffer in Folge die Partie drehen (12-13). Nun waren es die Grün-Weißen, welche einem Rückstand hinterher rannten. Über die Zwischenstände 13-13, 13-14, 15-15, 15-16 bis zum 17-17 in der 43.Minute schaffte man es nicht das Spiel zu drehen. Möglichkeiten eines erneuten Führungswechsels waren gegeben doch wie schon in Durchgang eins fehlte im Angriff die nötige Durchschlagskraft und immer wieder warf man nun den Landsberger Torhüter regelrecht berühmt. Landsberg konnte daraus Kapital schlagen und eine 17-19 Führung herausspielen. Zehn Minuten vor Schluss lagen die Lutherstädter dann mit drei Toren zurück. Trainer Zubrzak agierte sofort und nahm eine Auszeit. Diese zeigte auch Wirkung und die Körpersprache der Hausherren war nun eine ganz andere. Ob auf der Bank oder auf dem Feld, jeder im Team wollte nun die Wende schaffen. Besonders hervorzuheben in dieser Phase des Spiels ist Tim Kummer. Nicht weil er besonders viele Tore warf, sondern weil er seine Nebenleute anpeitschte und in der Defensive mehrere Bälle eroberte und zwei Konter einleitete, welche von Ivankovic eiskalt vollstreckt wurden. Ein Beispiel für absoluten Siegeswillen an diesem Tag und so waren die Grün-Weißen in der 53.Minute beim Stand von 21-22 wieder auf Tuchfühlung. Landsberg konnte nochmals auf 20-22 erhöhen und mit noch fünf Minuten auf der Uhr ging es in den Schlussakt. In der heißen Phase dieses Spiels kristallisierte sich nun auch die Erfahrung heraus. Basti Engel war es in dieser Phase des Spiels, welcher mit zwei Treffern in Folge in der 59.Spielminute zum 23-23 ausglich. Die knapp 300 Zuschauer in der Wittenberger Stadthalle hielt es nun nicht mehr auf den Sitzen. Mit noch einer Minute auf der Uhr hatten nun aber die Landsberger die Möglichkeit auf Sieg zu spielen. 40 Sekunden vor Schluss ein Wurf der Gäste, Keserü hält und mit noch 40 Sekunden waren es nun die Grün-Weißen welche den unbedingten Siegeswillen hatten. Man versuchte einen letzten Angriff zu fahren doch fünf Sekunden vor Schluss konnte Landsberg den Angriff mit einem Foul stoppen – Freiwurf. Alexander Böhm schnappt sich gedankenschnell den Ball, noch drei Sekunden, bedient auf Außen Kevin Auer, welcher mit dem Schlusspfiff zum viel umjubelten 24-23 Heimerfolg einnetzte. Nun hielt es auch die Spieler nicht mehr auf den Sitzen und alle stürmten zu Wittenbergs Nummer 7.

Am Ende verbuchten die Grün-Weißen einen wahren Arbeitssieg und konnten in den Schlussminuten noch eine fast sichere Niederlage abwenden. Der Leistung der Landsberger kann man am Ende Respekt zollen. Sie verfolgten das gesamte Spiel über einen festen Matchplan, welcher die Grün-Weißen an den Rande einer Niederlage brachte. Dennoch bleibt die weiße Heimweste bestehen. An dieser Stelle möchten wir uns einmal bei den vielen Fans für die tolle Unterstützung bedanken und hoffen dass wir auch in den kommenden Heimaufgaben auf euch zählen können!

Am kommenden Wochenende ist man dann wieder Auswärts gefordert. Beim SV Friesen Frankleben trifft man auf einen ungemütlichen Gegner.

Achso: im Pokal stehen wir nach der Spielabsage auch noch im Viertelfinale.

Für Grün-Weiß siegten Alexander Faust und Norbert Keserü im Tor, Zsolt Hetzmann(1), Christian Hohaus, Kevin Auer(7), Sebastian Engel(3), Lukas Knape(4), Tim Kummer, Max Giese, Erik Kunert, Kristof Duber(6), Matej Ivankovic(3), Alexander Böhm

Erik Kunert